2008/09/07

ever

Whatever you feel like, 
please tell me. 
Whatever you see, 
please share it with me. 

I never even dreamed of feeling like this. 

Whomever I'll become, 
please change with me. 
Whomever you'll return to, 
please take me with you. 

I never even dreamed of feeling like this. 

Whereever you will go,
tell me 

"Ich wollte auch Single bleiben"

Nun war es keinen Monat her, dass er Ihr Leben aus der Bahn geworfen hatte. Ein paar Türen und Fenster waren geöffnet worden, von Innen, dass war besonders wichtig. Nur zögerlich, und doch, so glaubte er zu erkennen, war es an der Zeit für Sie.

Er hatte bis dahin alles im Griff. Wusste wer er war, was er konnte, was er wollte.
Naja, zumindest, was er nicht wollte.
Doch alles war anders gekommen.
Auch sein Leben war aus der Bahn geraten. Möglicherweise war es auch an der Zeit für ihn. Und jetzt? Auf einer Reise ohne bekanntes Ziel, fühlte er sich doch sicherer, als all die Jahre, in denen alles geregelt schien, absehbar, erklärbar.
Die Woche über hielt er durch, funktionierte gut. Er lebte sein Leben für sich. Seit Monaten war er auf einem Egotrip, hatte beschlossen, dass Rücksichtnahme nur hieße, anderen die Entscheidung zu nehmen, zu tun wonach Ihnen verlangte. Er hatte sich viel mit Rhetorik und Psychologie befasst und setzte diese nun geschickt ein, um sich gut zu fühlen. Er wollte das Jetzt erleben. Koste es wenimmer wasimmer es auch wolle...

Sie hatte ihr Leben bis dahin recht lange bewusst alleine durchgestanden. Die letzten Monate waren ihrer Suche nach ihrem neuen Selbst gewidmet. Dem, was aus ihr geworden war durch all die Ereignisse der letzten paar Jahre. Anfangs hatte sie versucht, so zu tun, als hätten sich nur die Dinge um sie herum geändert. Als könnte sie sich ihrer sicher sein, solange sie nur handelt, wie sie es die letzten 10 Jahre getan hatte. So viel hatte sich geändert. Sie dachte, wenigstens sie müsse konstant bleiben, um die Veränderungen zu meistern. Um die Unsicherheiten zu überleben. Doch auf Veränderungen lässt sich nur mit Anpassung reagieren und so tat sie, was sie tun musste und überlebte. Doch nach all den Monaten des Reagierens und Anpassens, bedurfte auch ihre Selbstwahrnehmung einer Anpassung. Also mied sie die Welt, solange sie brauchte, das Bild zu korrigieren. Minimierte die Einflüsse und ging allem aus dem Weg, was ihr Leben komplexer machen könnte, als nötig.

2008/09/05

finally

Finally I see,
what can make a change in me.
A picture of an angel,
rearranging how I see.

Thankful thinking about a past,
that was never meant to last.
Extracting moments out of time,
that cannot give any forecast.

I cannot help but feeling,
constantly high above, but kneeling,
happily sad, together alone.
Finally reached the breach in the ceiling.

A thousand scars

2008/09/02

y005 - Neudefinition

Es ist ohne Schwierigkeit möglich etwas zu finden, ohne gesucht zu haben. Die Pessimisten unter uns würden sogar behaupten, es sei wahrscheinlicher etwas zu finden, wenn du es gerade nicht suchst und es würde dir dann natürlich das Leben versauen.
Nun, ich habe gefunden, ohne zu suchen. Und das Leben hat mich positiv überrascht.
Damit hatte ich nicht gerechnet.
Was wie ein Widerspruch klingt, beschreibt nur, das für mich im Groben alles klar war. Schwere Schicksalschläge hatte ich mit einkalkuliert. Emotional hatte ich tiefe Täler durchkrochen und hohe Klippen erklommen. Neues passte weiterhin in mein Schema, konnte von mir adaptiert werden. Doch nicht so jetzt. Es passt nicht in ein Schema, an das ich zu glauben wagte.
Natürlich ist nichts ohne negative Aspekte.
Doch der geschulte Rhetoriker nennt dies, mit einem gewinnenden Lächeln, Herausforderung.

Ich habe mir vor langer Zeit häufig Gedanken darüber gemacht, wie es sein muss, mit mir zu leben. Mit all meinen seltsamen Anwandlungen, dem übersteigerten Ego und der Haarspalterei, den depressiven Phasen und dem, häufig Emotionen ausblendenden, Verlangen danach, alles durchdenken zu wollen und im Zweifelsfall einen Plan zu machen.
Eine Eigenschaft, die ich aus der depressivsten Phase meines bisherigen Lebens mitgeschleppt habe. Pläne helfen, den Tag zu strukturieren, Erfolge zu erkennen, Ziele zu definieren. Auf diesen Listen stand damals häufiger etwas wie: Aufstehen, Kaffee kochen, Staubsagen, Schreiben, Studieren, Einkaufen, Tisch abräumen, XY anrufen, ein Bad nehmen. An schlechten Tagen habe ich vielleicht drei Punkte abhaken können.

Aktuell habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich meine Weisheiten verschieben muss. Ich hatte Grenzen definiert, was möglich ist und diese wurden überschritten und spontan für falsch erklärt. Das Maß der Dinge, dass ich bisher immer anlegte, war ein idealisiertes System. Eine Ebene die für die Sterblichen nicht zu erreichen war.

So auch meine Definition von Glück.
Unerreichbar.
Nur dazu da, um danach zu streben.
Möglich sei jedoch nur das Steigern von Zufriedenheit (der gelangweilte kleine Bruder des Glücks, der immer mit einem bemühtem Lächeln in der Ecke sitzt und seinem Bruder zusieht, wie er lachend das Sein genießt, als wüsste er nicht um die Sorgen des Morgen).
Durch dieses Maß, angelegt an die Menschen, die in mein Leben traten, war ich mit einem Bruchteil zufrieden. Der vorhandene Rest wurde in Kauf genommen, der fehlende möglicherweise durch andere ausgeglichen.

Ein Wort an die Menschen in meinem Leben.
Ihr seid meine selbst gewählte Familie.
Ich liebe euch.

Während ich in den letzten Monaten immer zufriedener wurde, mein Ego weiter gepflegt habe, es stark angewachsen ist und ich mich regelmäßig, mit einem Lächeln zurücklehnend, sagen höre, "Das Leben ist schön.", war dies für mich bisher das höchste der Gefühle.
Mehr des Vorhandenem ist natürlich immer vorstellbar.

Doch etwas Neues, Größeres?

Ich habe es gefunden, ungesucht, unvorbereitet.
Eine der zufälligen Begebenheiten, von denen man in Geschichten liest. Mitreißend, spannend beim Lesen jedes Wortes. Ich will nicht einschlafen, will es verschlingen, so schnell wie möglich so viel wie möglich. Doch nicht, weil ich wissen will wie es endet. Nur des puren Genusses wegen. Des Gefühls des Glücks, dass ich währenddessen empfinde.
Und es liest sich, wie ein Buch von mir geschrieben.
Wahrscheinlich das Beste, was ich momentan in meine egozentrischen Finger bekommen konnte. Und es liest mich, verschlingt mich. Ganz ohne eine Katastrophe anzukündigen.

Ich weiß es wird mich verändern. Meine Sicht auf die Dinge anpassen. Es hat mich bereits aus der Genügsamkeit befreit. Ganz gleich, wie lange es dauert.

Genug der Umschreibung.
Ich bin glücklich verliebt.
Und das Leben ist schön.

mehrmorgen

2008/09/01

y004 - Nicht genug

Ich habe mich gelesen.
Durchforstete tote Bäume nach dem, was ich bisher von mir zu Papier brachte.
Habe gesichtet, was ich dir von mir gab.

Bisheriges Fazit: Ich erkenne mich.

In dem 15-Jährigem, der seine ersten Schreibversuche machte, um sich selbst besser zu verstehen, um irgendwann zu merken, dass er gut in etwas war.

In dem 18-Jährigem, der sich in eine Beziehung mit einer verheirateten Frau gestürzt hatte, nur um zu lernen, sich selbst mehr zu schätzen, als das Wohlergehen seiner Partnerin. Auf dem Wege hatte er viel der verbliebenen Unschuld und Reinheit verloren.

In dem 20-Jährigem, der erfahren durfte, welch erhebendes Gefühl es ist, begehrt zu werden und der aus Angst, eine neue fremde Seite an sich entdeckt zu haben, dieses wieder aufgab.

Ich erkenne mich auch in dem 21-Jährigem wieder, der das Wagnis einging, das sichere Domizil des Pessimismus zu verlassen. Er warf sein Leben und seine Pläne über Bord, um nach zwei Jahren der unerfüllten Liebe, diese zu leben.

Genug der dritten Person.
All dies passierte mir, tat ich, war ich und bin es zu großen Teilen noch.
Es geschah noch eine Menge mehr, doch beinahe alles in Begleitung der stets offen stehenden Hintertür in das wohlig bekannte Leiden, welche mir der 15-Jährige geöffnet hatte.

Ich hatte die letzten Jahre stark vermieden zu schreiben, mich weiter zu erkunden. Es schien, als wäre Optimismus nur durch gezieltes Ausblenden meiner Selbst für mich möglich. Als ließe sich meine Liebe nur leben, wenn ich weniger vollständig daran teilhabe.
Ich versteckte mich vor mir und gab so auch ihr keine Möglichkeit mit mir zu leben.
Letztendlich begann ich wieder mit der Selbstanalyse und gab ihr viel zu spät und plötzlich die Gelegenheit, sich gegen das wahre uns zu entscheiden.
Es hätte früher enden müssen.

Doch Vergangenem nachzutrauern ist nutzlos, auch wenn es sicherlich auf Manchen heilsam wirkt.
Vielleicht tue ich mit jedem Letter nichts anderes.

Zwischenstopp:
Ich beginne weiterhin so viele Sätze mit Ich und wenn nicht, platziere ich Ich in der Mitte.
Doch warum auch nicht?
Bin ich halt egozentrisch.
Schließlich geht es letztendlich in meinem Leben um mich.
Alles, was ich zu bieten habe, ist Ich.

Weiter in der Geschichte.

Ich bin mit mir alleine und bin es doch nicht.
Ich begann mir selbst Gutes zu tun, wann immer ich konnte.
Nutze jede Gelegenheit zu leben.
Mein Leben. Mit mir.
Ich lasse andere teilhaben. Nehme Anteil. Fast normal, so scheint mir. Ich gebe mich und doch gibt es Grenzen, die ich nicht überschreiten lasse. Ganz unbewusst, bisher.
Ich will sie ausloten, durchbrechen lassen.
Jetzt scheint der richtige Zeitpunkt zu sein. Ich fühle es, obwohl ich nie an das Konzept des richtigen Zeitpunktes glaubte.

Ich habe mich stets alt gefühlt - altklug verhalten. Das Leben schien mir die letzten Jahre keine großen Überraschungen mehr bieten zu können. Und während mich die mangelnde Erwartung positiver Begebenheiten früher dazu brachte, erfolglos das Enden meines Lebens herbeiführen zu wollen, brachte die Aufgabe der negativen Erwartungen das Enden des Erwartens mit sich.
Ich versuchte zwar, dass beste aus dem Leben zu machen, doch nicht aus mir. Ich akzeptierte, was ich glaubte zu sein, was das Leben mir bot, verlor mein Sreben in gespielter Zufriedenheit.

Genug davon.

Ich kann mehr sein, als ich bin.

Ich begann wieder zu schreiben. War ein wenig eingerostet, doch ich kann es noch und werde weiter besser.
Ich begann wieder zu singen. Weiß endlich, dass ich es kann.
Ich lernte endlich meinen Körper zu lieben, ihn begehrenswerter zu machen. Ich verstümmele mich seit Jahren äußerlich nicht mehr und seit Monaten nicht mehr innerlich. Auch wenn ich diese Momente immer wieder vermisse.
Meine Hülle wird weiter von mir poliert.
Es geht noch glänzender.
Ich bin nicht mehr nur mein Kopf und Herz.
Ich bin derzeit, mehr als zuvor, länger als je zuvor, stabil Ich.

Vielleicht bin ich jetzt eine glänzend polierte Maschine mit Herz.
Doch ich erkenne mich in mir. Schäme mich nicht mehr dafür, nicht wie andere zu empfinden, mich nicht wie andere zu verhalten, mich häufig überlegen zu fühlen, Gefühle zu durchdenken, aus allem einen Witz machen zu müssen, Planung dem Spontanen vorzuziehen, gerne schuld zu sein, kaum zu bedauern, mich selten zu entschuldigen, Menschen Wertigkeiten zuzuteilen, mir meines Könnens bewusst zu sein und meiner Besonderheit, mein Ego mithilfe anderer zu pflegen, Höflichkeit nicht als höchste Tugend zu erachten, mich in den Vordergrund zu drängen, aus dem Hintergrund zu operieren, kilometerlange Sätze zu schreiben oder diese extrem zu verschachteln.

Die Intention dieses Werk zu verfassen, nach dem Durchleuchten des bereits Geschriebenen, welches häufig einen lauten negativen Unterton hatte, war von dem aktuell geschehenden Positiven meines Lebens zu berichten. Dies ist mir nicht wirklich gelungen. Darum soll es verschoben werden, auf das nächste Werk.

Du bist weiterhin wichtig für mich. Ich benutze dich als Begleitung in all den Zeiten, in denen mein Blick auf mich für mich allein zu viel ist. In den Zeiten, in denen ich fürchte dich zu verlieren.

Es scheint als würde ich bald so alt sein, wie ich mich schon ewig fühle.
Und du?
mehrmorgen