Ich bin frei von jeglicher Religion.
Glaubte ich.
Doch mittlerweile bin ich mir sicher, ich glaube wahrhaft an die Endlichkeit.
Alles muss ein Ende haben - oft gesagt, doch daran glaube ich.
Ich glaube, meine Entwicklung wird durch das Enden der Dinge vorangetrieben.
Es ist, als wäre ich, als Gefäß, irgendwann gefüllt und muss etwas aus mir heraus verbannen, um mich weiter entwickeln zu können. Genau genommen, werden die Erinnerungen und Emotionen verpackt und in eine schlecht zugängliche Ecke verstaut. Dort sind sie weniger gegenwärtig, nehmen weniger Raum ein, schaffen Platz für Neues.
Ich erwartete das Ende stets am Anfang.
Bei allem, dass ich bisher begann.
War sogar enttäuscht, wenn es sich hinauszog.
Ich forciere das Ende nicht, zumindest nicht anfangs.
Jedoch ist es stets zugegen, lässt mich bewusster erleben, was enden kann.
Aus dem Enden erwächst Neues, Unbekanntes.
Hiervor habe ich keine Angst.
Hierdurch wird Veränderung erreicht, meinerseits.
Bei mir und Anderen.
Ich kann schuld sein.
Mit einem Lächeln.
Denn ich glaube.
An mich, die Veränderung und das Enden aller Dinge.
mehrmorgen