In Zeiten, wie diesen, in denen es eher unüblich ist, dass das Berufliche, vom Privaten zu trennen ist, kommt es mir ebenso unüblich vor das Private nicht mit in den Beruf zu nehmen. Persönliche Konflikte werden genausowenig an der Eingangstür zur Firma abgegeben, wie die beruflichen Herausforderungen, beim Aufschließen der eigenen Wohnungstür.
Ich arbeite nicht mit Stellen und Titeln zusammen, sondern mit Menschen.
So erwarte und biete ich Menschliches. Nur so gibt es mich, nur so nehme ich die Kollegen.
Nach der Arbeit ist vor der Arbeit und doch muss es Mechanismen geben, die Prioritäten zu verlagern. Derzeit funktioniert dies nicht, wie ich es mir wünsche. Man muss für mich Verständnis haben. Dies habe ich meist für andere und hasse es, wenn andere es für mich haben müssen. Es zeugt von Schwäche, die ich verstehe, jedoch nicht haben will. Es ist konfus, nicht nett und all das. Was soll's. Sind meine Anforderungen an mich halt höher, als die an andere. Nicht, dass die an andere niedrig wären.
2009/01/11
y012 - Dezember 08-1
Der Dezember ist überstanden und ich muss gestehen, er war weniger schrecklich als in den letzten paar Jahren.
Anfang des Monats stand immer ein Geburtstag an, dessen Auswirkungen, wie so häufig, bereits einige Tage vorher spürbar waren.
Dies blieb mir in diesem Jahr erspart.
Es beschränkte sich erstmals und wohl auch künftig auf die Überlegung, ob, und wenn ja, wie ich mit dem Ereignis umgehen solle.
Gratulieren?
Ignorieren?
Einfache platte Glückwünsche zum besten geben oder meiner Selbstverliebtheit durch geschenkt dahin-mastubierte Lebensweisheiten Ausdruck verleihen?
Erwartet hatte ich eine negative Reaktion, egal wofür ich mich entschied.
Einen Roman darüber, warum ich der schlechteste Mensch der Welt sei und warum ich für die Untaten aller Männer verantwortlich bin oder einen Einzeiler, der den angebrochen Tag abschreiben würde als verlorenen, nicht mehr zu rettenden Tag oder aber ein simples "Arschloch".
Da mir weiterhin viel am Wohlergehen des Geburtstagskindes liegt, entschied ich mich für ein simples "happy birthday". Somit konnte ich wenigstens meiner Motivation, klarzumachen, dass ich Freude wünsche, ausdruck verleihen, ohne mich zu sehr in den Vordergrund zu drängen, durch Lebensweiseheiten, die unerwüscht sind.
Ich schickte die beiden Worte kurz nach Mitternacht auf den Weg, nachdem ich mich die letzten zwei Stunden intensiv mit der Entscheidungsfindung gequält hatte, schaltete schnellstmöglich das Handy aus, um einschlafen zu können, anstatt mich mit der Reaktion oder dem Warten auf eben diese zu quälen.
Mit einer schellen Einschlafphase von unter einer Stunde konnte sich mein Körper auch mal wieder ein wenig erholen, zumindest die nächsten fünf Stunden. Im Gegensatz zu den meisten Morgen in den letzten paar Monaten, wachte ich überpünkltlich auf und wollte es schnellstmöglich hinter mich bringen. Die Beschimpfungen, Stichelleien und Tritte gegen meinen Kopf, wenn ich am Boden liege. Vielleicht würde ich wieder zu Kräften kommen, bevor ich wieder für meinen Lebensunterhalt funktionieren müsste oder zumindest in Teilen brauchbar sein. Natürlich war es eher unwahrscheinlich, dass bereits eine Reaktion über mich ergehen würde, wenn überhaupt eine Reaktion erfolgen würde. Es gab bereits eine Reaktion. Innerhalb der letzten sieben Stunden gab es eine Reaktion. Eine Prüfung der Sendezeit ergab, es muss direkt nach dem Erwachen gewesen sein. Es war ein Wort:
"Danke".
Anfang des Monats stand immer ein Geburtstag an, dessen Auswirkungen, wie so häufig, bereits einige Tage vorher spürbar waren.
Dies blieb mir in diesem Jahr erspart.
Es beschränkte sich erstmals und wohl auch künftig auf die Überlegung, ob, und wenn ja, wie ich mit dem Ereignis umgehen solle.
Gratulieren?
Ignorieren?
Einfache platte Glückwünsche zum besten geben oder meiner Selbstverliebtheit durch geschenkt dahin-mastubierte Lebensweisheiten Ausdruck verleihen?
Erwartet hatte ich eine negative Reaktion, egal wofür ich mich entschied.
Einen Roman darüber, warum ich der schlechteste Mensch der Welt sei und warum ich für die Untaten aller Männer verantwortlich bin oder einen Einzeiler, der den angebrochen Tag abschreiben würde als verlorenen, nicht mehr zu rettenden Tag oder aber ein simples "Arschloch".
Da mir weiterhin viel am Wohlergehen des Geburtstagskindes liegt, entschied ich mich für ein simples "happy birthday". Somit konnte ich wenigstens meiner Motivation, klarzumachen, dass ich Freude wünsche, ausdruck verleihen, ohne mich zu sehr in den Vordergrund zu drängen, durch Lebensweiseheiten, die unerwüscht sind.
Ich schickte die beiden Worte kurz nach Mitternacht auf den Weg, nachdem ich mich die letzten zwei Stunden intensiv mit der Entscheidungsfindung gequält hatte, schaltete schnellstmöglich das Handy aus, um einschlafen zu können, anstatt mich mit der Reaktion oder dem Warten auf eben diese zu quälen.
Mit einer schellen Einschlafphase von unter einer Stunde konnte sich mein Körper auch mal wieder ein wenig erholen, zumindest die nächsten fünf Stunden. Im Gegensatz zu den meisten Morgen in den letzten paar Monaten, wachte ich überpünkltlich auf und wollte es schnellstmöglich hinter mich bringen. Die Beschimpfungen, Stichelleien und Tritte gegen meinen Kopf, wenn ich am Boden liege. Vielleicht würde ich wieder zu Kräften kommen, bevor ich wieder für meinen Lebensunterhalt funktionieren müsste oder zumindest in Teilen brauchbar sein. Natürlich war es eher unwahrscheinlich, dass bereits eine Reaktion über mich ergehen würde, wenn überhaupt eine Reaktion erfolgen würde. Es gab bereits eine Reaktion. Innerhalb der letzten sieben Stunden gab es eine Reaktion. Eine Prüfung der Sendezeit ergab, es muss direkt nach dem Erwachen gewesen sein. Es war ein Wort:
"Danke".
2008/11/23
y011 - Einzelwesen
Im Zusammenhang mit der Definition von Individuum findet sich der Begriff Einzelwesen. Mir wurde vor kurzem eröffnet, ich sei ein solches.
Kaum soziale Bindungen, die mich in meinen Entscheidungen hemmen könnten.
Kaum jemand, der eine ausreichend große Rolle in meinem Denken spielt, als ich selbst.
Wahrscheinlich ist dies vollkommen korrekt.
Ich habe mich nicht bemüht, Beziehungen aufrecht zu erhalten, wenn sie nicht in mein aktuelles Alltagskonzept passten. Da ich alles als endlich betrachte, bereitet mir das Enden von Beziehungen auch keine größeren Schwierigkeiten.
Wahrscheinlich vermeide ich dadurch auch eine gewisse Stufe von Bindung, für die dieses erlernte, gewohnte Verhalten nicht mehr möglich wäre.
Ich gehe weiterhin tieferen Bindungen, zu mir unbekannten Menschen, aus dem Weg.
Mein Leben ist für mich komplex genug. Ich brauche keine weiteren Faktoren, die zu bedenken sind. Gleichgültig, welche emotionalen Zugewinne sie mit sich bringen.
Ungeachtet dessen habe ich etwas zu geben.
Ich gebe, bekomme angeboten, nehme an.
Ganz wie andere Menschen auch.
Ich bin ok, du bist ok?
Wahrscheinlich fühlt es sich nicht normal für mich an, weil ich glaube anderes Verhalten bei anderen zu beobachten.
Ich sehe Menschen sich um andere bemühen, Beziehungen pflegen, das Bedürfnis zum Ausdruck bringend, dass sich andere um Sie kümmern sollen.
Das scheint sie menschlicher zu machen, als ich mich meist selbst empfinde.
Doch was ist mit all der Individualisierung, die ständig als Erklärung herhalten muss, wenn vergeichsbasierte Untersuchungen zu keinem brauchbaren Ergebnis führen?
Wir sind also alle menschlich?
Wir sind alle gleich, weil wir alle verschieden sind?
Wahrscheinlich ist das für mich nicht akzeptabel, weil ich tief in meinem Inneren, doch zu einer Gruppe gehören möchte.
Gruppen definieren sich über Gemeinsamkeiten.
Der Mensch sei ein Herdentier, heißt es.
Ich bin ein Mensch, also bin ich ein Herdentier.
Mitglied der Gemeinschaft der Menschen. Per Definition. Unstrittig.
Die Dinge von denen ich weiß, dass sie Menschen menschlich machen, scheinen bei mir meist anders ausgeprägt zu sein.
Liebe, Tod, Offenheit.
Das Einzige, von dem ich weiß, dass angeblich all uns Herdentieren gemein sein soll, ist der Individualismus.
Wahrscheinlich benutze ich das Wort "wahrscheinlich" so oft, weil ich nichts als sicher erachte, nicht einmal meine eigenen Gedanken.
Vielleicht habe ich doch noch eine Gemeinsamkeit entdeckt.
Das Streben nach Sicherheit.
Während die meisten Herdentiere diese in der Gemeinschaft suchen, sucht es das Einzelwesen per Definition bei sich selbst.
Je größer mein Bedarf nach Sicherheit wird, desto mehr ziehe ich mich in mich zurück. In mir finde ich, was ich dann am meisten benötige - den Ausschluss aller Überraschungen. Die vollkommene Kontrolle über den Verlauf meines Lebens, meiner Gefühle und Gedanken.
Ich bin ein Einzelwesen.
Doch nicht nur...
Kaum soziale Bindungen, die mich in meinen Entscheidungen hemmen könnten.
Kaum jemand, der eine ausreichend große Rolle in meinem Denken spielt, als ich selbst.
Wahrscheinlich ist dies vollkommen korrekt.
Ich habe mich nicht bemüht, Beziehungen aufrecht zu erhalten, wenn sie nicht in mein aktuelles Alltagskonzept passten. Da ich alles als endlich betrachte, bereitet mir das Enden von Beziehungen auch keine größeren Schwierigkeiten.
Wahrscheinlich vermeide ich dadurch auch eine gewisse Stufe von Bindung, für die dieses erlernte, gewohnte Verhalten nicht mehr möglich wäre.
Ich gehe weiterhin tieferen Bindungen, zu mir unbekannten Menschen, aus dem Weg.
Mein Leben ist für mich komplex genug. Ich brauche keine weiteren Faktoren, die zu bedenken sind. Gleichgültig, welche emotionalen Zugewinne sie mit sich bringen.
Ungeachtet dessen habe ich etwas zu geben.
Ich gebe, bekomme angeboten, nehme an.
Ganz wie andere Menschen auch.
Ich bin ok, du bist ok?
Wahrscheinlich fühlt es sich nicht normal für mich an, weil ich glaube anderes Verhalten bei anderen zu beobachten.
Ich sehe Menschen sich um andere bemühen, Beziehungen pflegen, das Bedürfnis zum Ausdruck bringend, dass sich andere um Sie kümmern sollen.
Das scheint sie menschlicher zu machen, als ich mich meist selbst empfinde.
Doch was ist mit all der Individualisierung, die ständig als Erklärung herhalten muss, wenn vergeichsbasierte Untersuchungen zu keinem brauchbaren Ergebnis führen?
Wir sind also alle menschlich?
Wir sind alle gleich, weil wir alle verschieden sind?
Wahrscheinlich ist das für mich nicht akzeptabel, weil ich tief in meinem Inneren, doch zu einer Gruppe gehören möchte.
Gruppen definieren sich über Gemeinsamkeiten.
Der Mensch sei ein Herdentier, heißt es.
Ich bin ein Mensch, also bin ich ein Herdentier.
Mitglied der Gemeinschaft der Menschen. Per Definition. Unstrittig.
Die Dinge von denen ich weiß, dass sie Menschen menschlich machen, scheinen bei mir meist anders ausgeprägt zu sein.
Liebe, Tod, Offenheit.
Das Einzige, von dem ich weiß, dass angeblich all uns Herdentieren gemein sein soll, ist der Individualismus.
Wahrscheinlich benutze ich das Wort "wahrscheinlich" so oft, weil ich nichts als sicher erachte, nicht einmal meine eigenen Gedanken.
Vielleicht habe ich doch noch eine Gemeinsamkeit entdeckt.
Das Streben nach Sicherheit.
Während die meisten Herdentiere diese in der Gemeinschaft suchen, sucht es das Einzelwesen per Definition bei sich selbst.
Je größer mein Bedarf nach Sicherheit wird, desto mehr ziehe ich mich in mich zurück. In mir finde ich, was ich dann am meisten benötige - den Ausschluss aller Überraschungen. Die vollkommene Kontrolle über den Verlauf meines Lebens, meiner Gefühle und Gedanken.
Ich bin ein Einzelwesen.
Doch nicht nur...
mehrmorgen
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